Elke Rintermann. Das Leben lieben. Die Gesundheit pflegen.

Elke Rintermann, Heilpraktikerin in München schreibt Informationen zur modernen & traditionellen Naturheilkunde

Darm- und Immunsystem

Posted on | Juni 27, 2013 | No Comments

Der Darm – erheblich mehr als nur Verdauung

Der Darm und Hormon- bzw. ImmunsystemFigur mit Toilettenpapier

Der Darm galt schon vor tausenden von Jahren in alten Kulturen als Zentrum des Lebens. Denn 70 bis 80 Prozent der immunkompetenten Zellen werden in speziellen Schleimhautarealen des Darms gebildet. Da dieses sogenannte darmassoziierte Immunsystem einen großen Teil der Abwehrarbeit für den gesamten Körper leistet, ist es umso wichtiger, für einen gut funktionierenden Darm zu sorgen. Beachtenswert ist dabei u.a. die mikrobiologische Ökologie des Darms, also das Zusammenspiel der unterschiedlichen Darmbakterien, das im Lot sein muss. Diese siedeln sich beginnend mit der Geburt im Darm an und begleiten uns das ganze Leben. Ohne diese winzig kleinen, nur unter dem Mikroskop erkennbaren Helfer wäre der Mensch nicht überlebensfähig. Denn sie schützen uns nicht nur vor krankmachenden Bakterien, Pilzen und Viren sondern unterstützen auch das Hormonsystem bei der Arbeit.
Konkret bedeutet dies, dass der Darm gepflegt werden muss: Zum einen durch eine vollwertige Ernährungsweise, die nicht zu einer bakteriellen Fehlbesiedlung des Darms führt. Ferner durch eine Ernährungs- und Lebensweise, die die Darmbeweglichkeit gut trainiert, was man optimalerweise durch einen guten Rhythmus aus An- und Entspannung, Ruhe- und Bewegungsphasen erreichen kann.
Stress, ungesunde Ernährung, Medikamente, eine entgleiste Darmflora, mangelnde Bewegung u.v.m. können heutzutage den Darm daran hindern, die für unseren Organismus so wichtigen Aufgaben auszuführen.

Mögliche Auffälligkeiten, wenn Ihr Darm nicht optimal funktioniert:

  • Verstopfung oder Durchfall
  • Zu harter oder breiiger Stuhl
  • Unverdaute Nahrungsbestandteile
  • Blähungen, aufgetriebener Oberbauch
  • Bauchschmerzen
  • Völlegefühl
  • Nahrungsmittelunverträglichkeiten

Auswirkungen auf das Hormonsystem

Wenig verbreitet aber längst bekannt ist die Tatsache, dass sich Darmfunktion und Hormonsystem wechselseitig beeinflussen. So werden z.B. einige Darmbakterienarten indirekt über Geschlechtshormone der Eierstöcke „ernährt“. Diese sorgen dafür, dass ausreichend Zucker als Nährstoff den sogenannten guten Darmbakterien zur Verfügung stehen. Diese Darmbakterien produzieren daraus Milchsäure, die wiederum die die wichtige Funktion haben, die Vaginalschleimhaut zu schützen. Bei hormonellen Dysbalancen oder Mangelzuständen insbesondere beim Schleimhauthormon Estriol leiden vor allem die Döderlein`schen Bakterien, die für die Milchsäureproduktion verantwortlich sind. Dadurch kann es dann zu Besiedelung des Darms aber vor allem auch der Scheide mit unerwünschten Bakterien kommen. So entstehen die bekannten Entzündungsanfälligkeiten in der Lebensmitte bzw. in Zeiten der Hormonumstellung wo es leicht zu hormonellen Dysbalancen kommen kann. Aber auch viele andere Unpässlichkeiten wie Verstopfung, Blähungen etc. können damit zusammenhängen.

Fortschrittliche Darmdiagnostik

Die einfachste Möglichkeit, um sich ein Bild vom Zustand der Darmflora und des Darmes zu verschaffen, ist die Untersuchung des Stuhls. Eine Stuhluntersuchung ist nicht nur bei Verdauungsbeschwerden sinnvoll, also bei Störungen, die offensichtlich im Darm begründet sind. Aufgrund der enormen Kontaktfläche – völlig ausgebreitet besitzt unser Darm eine Fläche von 400 bis 500 qm – und der vielen Abwehrzellen im Darm, kann dieser auch bei vielen anderen Erkrankungen eine Rolle spielen.
Vor allem bei folgenden Problemen ist eine Stuhluntersuchung empfehlenswert:

  • Verdauungsbeschwerden aller Art, Verdauungsstörungen, Reizdarm
  • Chronisch-entzündliche Darmerkrankungen z.B. Colitis ulcerosa und M. Crohn
  • Allergische Erkrankungen, Unverträglichkeiten, Neurodermitis, Asthma, Heuschnupfen
  • Abwehrschwäche, erhöhte Infektanfälligkeit
  • Kaiserschnitt-Kinder
  • Chronische Blähungen
  • Häufig wiederkehrende Scheidenentzündungen ohne ersichtlichen Grund

Fazit

Darm und Hormonsystem beeinflussen sich gegenseitig, was gleichzeitig auch interssante Behandlungsoptionen eröffnet. Einfach durchzuführende Stuhluntersuchungen bilden eine gute Basis für die Auswahl der richtigen Probiotika. Ein balanciertes Hormonsystem, adäquate Ernährung, richtiges Einspeicheln der Nahrung sowie Bewegung sind weitere wichtige Komponenten für die Darmgesundheit.

 

Auszug aus dem OnlinePortal der Markt-Apotheke Rotthalmünster. http://www.shop-marktapotheke-greiff.de/

 

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